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Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: bachmann
unbegangen.
unbegangen sind die wege auf der steilwand des himmels.
ingeborg bachmann
[aus: psalm – in die gestundete zeit]
m. 17.12.2009, 08.52 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
härtere tage.
sieh dich nicht um.
schnür deinen schuh.
jag die hunde zurück.
wirf die fische ins meer.
lösch die lupinen!
es kommen härtere tage.
ingeborg bachmann
[in: die gestundete zeit - von der autorin gelesen
gefunden im ingeborg bachmann forum]
m. 16.11.2008, 15.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL
ins meer.
wenn einer fortgeht, muss er den hut
mit den muscheln, die er sommerüber
gesammelt hat, ins meer werfen
und fahren mit wehendem haar,
er muss den tisch, den er seiner liebe
deckte, ins meer stürzen,
er muss den rest des weins,
der im glas blieb, ins meer schütten,
er muss den fischen sein brot geben
und einen tropfen blut ins meer mischen,
er muss sein messer gut in die wellen treiben
und seinen schuh versenken,
herz, anker und kreuz,
und fahren mit wehendem haar!
dann wird er wiederkommen.
wann?
frag nicht.
ingeborg bachmann
m. 15.10.2008, 22.17 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL
abbandonato.
un’altra notte | eine andere nacht |
in quest’oscuro | in diesem dunkel |
giuseppe ungaretti
in der übertragung von ingeborg bachmann
[aus: gedichte – suhrkamp]
m. 23.09.2008, 23.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL
oder zwei, drei.
frag mich nicht warum, wozu, aber sei da für mich, einen abend lang oder zwei, drei. führ mich an die seine, wir wollen so lange hineinschauen, bis wir kleine fische geworden sind und uns wieder erkennen.
ingeborg bachmann an paul celan – 24.06.1946
[aus: herzzeit, briefwechsel – suhrkamp]
m. 05.09.2008, 20.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL
an der hand.
erklär mir, liebe!
wasser weiss zu reden,
die welle nimmt die welle an der hand…
ingeborg bachmann
[in: erklär mir, liebe!]
m. 05.05.2008, 08.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL
mit musik.
reklame
wohin aber gehen wir
ohne sorge sei ohne sorge
wenn es dunkel und wenn es kalt wird
sei ohne sorge
aber
mit musik
was sollen wir tun
heiter und mit musik
und denken
heiter
angesichts eines endes
mit musik
und wohin tragen wir
am besten
unsere fragen und den schauer aller jahre
in die traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge
was aber geschieht
am besten
wenn totenstille
eintritt
ingeborg bachmann
[aus: anrufung des grossen bären – r. piper & co.]
m. 01.04.2008, 20.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL
vorrei...
dormire
| schlafen
|
giuseppe ungaretti
[aus: gedichte - suhrkamp 1961
übertragen von ingeborg bachmann]
m. 25.03.2008, 20.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL
einmal nur.
einmal nur hatte der mond das nachsehn.
ins geäst unseres herzens
fiel das einsamere
licht der liebe.
wie kalt die welt ist
und wie rasch die schatten
sich auf unsere wurzeln niederlegen!
ingeborg bachmann
[aus: ein monolog des fürsten myschkin
zu der balettpantomime 'der idiot']
m. 11.04.2007, 08.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL
und das heisst.
wir sind anders
wer, wenn nicht diejenigen unter ihnen,
die ein schweres los getroffen hat,
könnte besser bezeugen,
dass unsere kraft weiter reicht als unser unglück,
dass man, um vieles beraubt,
sich zu erheben weiss
dass man enttäuscht,
und das heisst,
ohne täuschung
zu leben vermag.
ingeborg bachmann
m. 27.03.2007, 10.25 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL



