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Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: burkart
verworfen.
das gedicht
notiert, korrigiert, verworfen.
vergessen, erinnert,
neu konzipiert.
unwillig verschickt; ein geheimbrief,
denn sie kennen den schlüssel nicht.
stimme, die ein gespräch sucht
in dieser und ferner zeit,
das im tod nicht erstickt.
das gedicht. die in schrift
und sprache verborgene,
erzadern führende
schicht.
erika burkart
[aus: geheimbrief, gedichte – ammann]
m. 20.04.2009, 08.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL
es schneit.
bergung
es schneit vor dem fenster,
wo meine blauen gefässe stehn;
sie fassen, was nirgends
platz hat.
jahrzeitstille –
erst an der erde
betten die flocken
sich ineinander.
erika burkart
[aus: die zärtlichkeit der schatten – ammann]
m. 15.12.2008, 07.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL
die letzte farbe.
die hand an der schläfe
wischt blau zu blau,
gedanken so fern
wie die letzte farbe:
am horizont unter wolken
ein riss, hinüberzusehn.
erika burkart
[im gedicht 'blau' aus: die zärtlichkeit der schatten]
m. 03.10.2008, 12.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL
im zimmer.

im zimmer, das er verlassen,
brannten noch immer die sterne.
erika burkart
m. 10.09.2008, 10.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL
die stille.
silbengenau
dies ist die stille,
sagen sie, vor den stürmen,
gesichte im blau.
mörike. erdruh.
auf abendwiesen das licht
uralter tage.
nachtfalterstunde.
aller wesen verpuppung.
lampe und lid. buch.
es dunkeln und glühn
in vokabeln die bilder:
leben, gelesen.
erika burkart
[aus: die zärtlichkeit der schatten – ammann]
m. 14.06.2008, 18.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL
untröstlich.
gartenmauer
die zeit, da man sich
an die erde warf
und weinte, untröstlich,
im geruch von geissblatt,
mörtel und nessel.
aufrecht steht sie im spätlicht,
bewundert tränenlos steine
und die griffigen krallen
blutroter ranken.
vom mauerschatten
zoll um zoll überwachsen
sitzt sie am tisch vor der efeuwand,
ein leeres vogelnest in der hand.
erika burkart
[aus: das verborgene haus – ammann verlag 2008]
m. 16.04.2008, 09.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL
bergung.
die flügel
nicht mehr aushalten müssen
die spannung ins unabsehbare,
die flügel kann man jetzt brauchen
zur bergung jener, die fliegen
durch die welt um die eigene mitte,
zu erreichen einzig im sturz.
erika burkart
[aus: die zärtlichkeit der schatten – ammann verlag, zürich]
m. 09.03.2008, 11.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL
mit wenigen worten.
die antwort
angerempelt vom leben,
entgegnete ich mit gedichten
und beschwichtigte es,
dass es weiterging
und mich stehn liess
in der todesstille
mit wenigen worten
über dinge, die man
zu lange beschwieg.
erika burkart
[aus: die zärtlichkeit der schatten]
m. 02.02.2008, 12.29 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
dazwischen.
die arbeit zu leben
es gibt morgenhügel
und abendfelder,
dazwischen maschinen und menschen,
den widersacher, die unzeit,
das quentchen glück und den aschenregen -,
zwischen totenstille und sturm
den schauer leben.
erika burkart
[aus: ortlose nähe]
m. 07.01.2008, 19.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL
das unterholz.
horizont
es ist abend geworden,
einer von milliarden,
die vögel verschwinden vom himmel,
jedes jahr andre,
die sonne entzündet
das unterholz.
wir lernen
allein zu leben
mit gebrochenen worten,
gestürzten bildern.
auge in auge
mit der letzten sonne.
erika burkart
[aus: ortlose nähe]
m. 08.11.2007, 20.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL



