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Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: hesse
jeder von uns.
jeder von uns ist nur ein mensch,
nur ein versuch, ein unterwegs.
hermann hesse
m. 20.11.2009, 11.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
wie flüchtig.
trotz der drückenden wärme dieser tage bin ich viel draussen. ich weiss nur allzugut, wie flüchtig diese schönheit ist, wie schnell sie abschied nimmt, wie plötzlich ihre süsse reife sich zu tod und welke wandeln kann. und ich bin so geizig, so habgierig dieser spätsommerschönheit gegenüber! ich möchte nicht nur alles sehen, alles fühlen, alles riechen und schmecken, was diese sommerfülle meinen sinnen zu schmecken anbietet; ich möchte es rastlos und von plötzlicher besitzlust ergriffen auch aufbewahren und mit in den winter, die kommenden jahre und tage des alters nehmen. ich bin sonst nicht eben eifrig im besitzen, ich trenne mich leicht und gebe leicht weg. aber jetzt plagt mich ein eifer des festhaltenwollens, über den ich zuweilen selber lächeln muss. im garten auf der terrasse, am türmchen unter der wetterfahne, setze ich mich tag für tag stundenlang fest, plötzlich unheimlich fleissig geworden und mit bleistift und feder, mit pinsel und farben versuche ich dies und jenes von dem blühenden und schwindenden reichtum beiseite zu bringen. ich zeichne mühsam die morgendlichen schatten auf der gartentreppe nach und die windungen der dicken glyzinienschlangen und versuche, die fernen, gläsernen farben der abendberge nachzuahmen, die so dünn wie ein hauch und doch so strahlend wie juwelen sind. müde komme ich dann nach hause, sehr müde, und wenn ich am abend meine blätter in die mappe lege, macht es mich beinah traurig zu sehen, wie wenig von allem ich mir notieren und aufbewahren konnte.
hermann hesse
gefunden bei artisanne
m. 01.09.2009, 08.59 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
glück.
sich wegwerfen können für einen augenblick…
hermann hesse
m. 16.08.2009, 10.55 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
mir schien.
rücknahme
ich sagte nicht: ich liebe dich.
ich sagte nur: gib mir die hand
und dulde mich!
mir schien, du wärest mir verwandt,
du wärst so jung und gut wie ich…
- ich sagte nicht: ich liebe dich.
hermann hesse
m. 26.01.2009, 11.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL
fragezeichen.
alles wissen und alle vermehrung unseres wissens endet nicht mit einem schlusspunkt, sondern mit einem fragezeichen. ein plus an wissen bedeutet ein plus an fragestellungen, und jede von ihnen wird immer wieder von neuen fragestellungen abgelöst.
hermann hesse
m. 08.10.2008, 07.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL
das nichtverstandenwerden.
die höchste kunst bedarf des erklärens und aller angewandten psychologie nicht, sie stellt ihre gestaltungen hin und vertraut ihrem zauber, ohne das nichtverstandenwerden zu fürchten.
hermann
m. 04.04.2008, 07.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL
seine erste liebe.
... die wunderbarsten blumen blickten ihn an, mit vielerlei farben und lichtern, mit vielerlei augen und gesichtern. einige nickten und lachten, einige nickten und lächelten, andere nickten nicht und lächelten nicht: sie schwiegen trunken, in sich selbst versunken, im eigenen dufte wie ertrunken. eine sang das lila-lied, eine sang das dunkelblaue schlummerlied. eine von den blumen hatte grosse blaue augen, eine andre erinnerte ihn an seine erste liebe....
hermann hesse
gefunden via artisanne bei mala
m. 03.02.2008, 10.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL
von erbschaften und möglichkeiten.
denn es ist ein, wie es scheint, eingeborenes und völlig zwanghaftes bedürfnis aller menschen, dass jeder sein ich als eine einheit sich vorstelle.
in wirklichkeit ist aber kein ich eine einheit, sondern eine höchst viel- fältige welt, ein kleiner sternhimmel, ein chaos von formen, von erb- schaften und möglichkeiten.
hermann
merci, eva!
m. 25.01.2008, 09.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL
beim denken.
es kommt beim denken, ebenso wie beim dichten, nicht auf das was an, nicht auf die mehr oder weniger zufälligen objekte des denkens, sondern auf die intensität, auf den grad von wärme und reinheit, mit der ein einzelner die probleme seiner zeit erlebt und durchdenkt.
hermann
m. 02.10.2007, 17.04 | (0/0) Kommentare | TB | PL
nichts...
nichts ist gefährlicher und seelenmordender als die beständige beschäftigung mit dem eigenen wesen und ergehen, der eigenen einsamen unzufriedenheit und schwäche.
hermann hesse
m. 30.07.2007, 09.27 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL



