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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: walser

man könnte.




der mensch ist ein feinfühliges wesen. er hat nur zwei beine, aber ein herz, worin sich ein heer von gedanken und empfindungen wohlge- fällt. man könnte den menschen mit einem wohlangelegten lustgarten vergleichen.



robert walser



 

m. 03.06.2010, 08.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL

die freiheit.




die träume machen den freien auf die fraglichkeiten, grenzen und vorbehältlichkeiten der freiheit, insbesondere darauf aufmerksam, dass sie ein schöner wahn sei, der denkbar zarte behandlung erfordert. vielleicht wissen sehr viele mit der freiheit deshalb nicht richtig umzugehen, weil sie ihre leichtverletzlichkeit in betracht zu ziehen sich nicht angewöhnen wollen. … schnell zerflattert ein wahn; leicht bringen wir es fertig, dass uns die illusion gleichsam hasst, weil wir ihr wesen nicht fassen. … die freiheit … will gesehen sein und will wieder sein, als sei sie gar nicht da; sie ist zugleich wirklich und unwirklich.



robert walser



 

m. 03.04.2010, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

notiz.




es gibt einige erscheinungen stärksten gewichtes, wovon die über- wiegende mehrzahl kaum notiz nimmt, weil es sich um allgemein- verständlichkeiten handelt. … im alltäglichen ruhen die wahrheiten.



robert walser


m. 23.03.2010, 07.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

der boden...




der boden unter unseren füssen darf und soll sich heben und senken, und wir brauchen, um die richtung ins vollkommene beizubehalten, die fortwährende empfindung, dass wir nicht fertig mit uns sind und es wohl auch nie werden.



robert walser
[in: der räuber – suhrkamp]



 

m. 20.01.2010, 19.52 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

die gegenwart.

 




ich glaube, die gegenwart ist die zukunft.



robert walser




m. 02.01.2010, 16.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL

glück.

 




glück ist selbstgenügsam. es braucht keinen kommentar.
es kann in sich zusammengerollt schlafen wie ein igel.



robert walser




m. 29.12.2009, 10.10 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

ab und zu.





wer lebhafteren geistes ist, spinnt eben ab und zu mal.



robert walser




 

m. 22.09.2009, 09.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

nämlich.

 





die strasse war nicht sonderlich sauber. dieser umstand oder übelstand hinderte mich jedoch in keiner weise, sie zu preisen, nämlich die landstrasse und den fussgänger glücklich zu schätzen, der wohlgemut auf ihr marschierte, nämlich mich selber.



robert walser




m. 31.08.2009, 09.05 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

noch da?

 





wie immer



die lampe ist noch da,
der tisch ist auch noch da,
und ich bin noch im zimmer
und meine sehnsucht, ah,
seufzt noch wie immer.

feigheit, bist du noch da?
und lüge, auch du?
ich hör ein dunkles ja:
das unglück ist noch da,
und ich bin noch im zimmer
wie immer.



robert walser




m. 14.08.2009, 08.36 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

achtsamkeit.





das schöne trat mir so still entgegen. auffälligkeiten und unauffällig- keiten gaben sich die hand und waren wie verschwistert. das bedeutende zerrann, und ich widmete den unbedeutenden dingen eine genaue achtsamkeit und war sehr glücklich dabei. so vergingen die tage, wochen, monate…



robert walser
[aus: das frühjahr, 1915]




 

m. 29.07.2009, 08.35 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL



kommentare.
Quer:
Was für ein vielsagender und berührender Satz
...mehr

eva:
das loslassen von fiktionen wie anfang und en
...mehr

Ursula:
Herrlich!
...mehr

Jorge D.R.:
Brigitte hat recht:Die Collage ist eine Wucht
...mehr

tabea:
mach ich ;-)((( )))tabea
...mehr

fortsetzung folgt.


marianne rieter
fortsetzung folgt

leseheft mit 21 gedichten
ISBN 978-3-94 1296-20-6
im proberaum, klingenberg
eur 6.90 + porto

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